Seit Mitte November 2021 verstärkt der aus Nordrhein-Westfalen stammende 49 Jahre alte Rechtsanwalt, Oliver Bäumker, das Anwaltsteam der Kanzlei Schmidt.

Rechtsanwalt Bäumker ist seit zwei Jahrzehnten ganz überwiegend im Familienrecht tätig und kann auf eine ebenso lange Erfahrung in Verfahren vor Familiengerichten und vor den Familiensenaten mehrerer Oberlandesgerichte zurückblicken. Bäumker hat in Münster und Heidelberg studiert, ist Vater einer 22 Jahre alten Tochter und wohnt in Bernau bei Berlin.
In regelmäßigen Abständen informiert Rechtsanwalt Bäumker zusammen mit Anwältin Bollack künftig an dieser Stelle über familienrechtliche Entwicklungen. Heute geht es ganz allgemein um die ersten Schritte bei Trennung der Eheleute sowie um ein aktuelles sorgerechtliches Thema.

1. Das Trennungsjahr

Ehegatten leben getrennt, wenn sie konsequent getrennt voneinander wirtschaften. Sie können in diesem Sinne auch innerhalb der ehelichen Wohnung voneinander getrennt leben. Getrennte Schlafzimmer genügen hierfür nicht. In Deutschland wird gegenwärtig jede dritte Ehe geschieden. Doch bevor es zu einer rechtskräftigen Scheidung kommt, muss erst einmal das so genannte Trennungsjahr abgelaufen sein.

Bereits das Trennungsjahr wirft eine Vielzahl rechtlicher Fragen auf. Dazu gehört etwa, wer die bisher gemeinsam bewohnte Wohnung weiter nutzen darf, wie der gemeinsame Hausrat aufzuteilen und das gemeinsame Vermögen zu behandeln ist. Darüber hinaus kann auch schon während des Trennungsjahrs einer der beiden Ehegatten Anspruch auf Unterhalt haben. Für den späteren Scheidungsantrag ist übrigens der Ablauf des Trennungsjahrs notwendige Voraussetzung.

 

2. Umgang zwischen Kind und Eltern – die Modelle

Streit gibt es oft um die gemeinsamen Kinder. Hier ist die Rechtsprechung in den letzten Jahren dazu übergegangen, neben dem gängigen Residenzmodell im Haushalt eines Elternteils, welches mit einem 14-tägigen Umgangsrecht für den jeweils anderen Elternteil kombiniert wurde, zum Teil auch gegen den Willen der Eltern ein sogenanntes Wechselmodell anzuordnen, welches zumeist durch den wöchentlichen Wechsel zwischen den fortan unterschiedlichen Elternhaushalten gekennzeichnet ist.

Noch eher selten wird das Nestmodell praktiziert, bei welchem das Kind einem Wohnsitz fest zugeordnet ist und sich die Eltern als Mitbewohner des Kindes in fest definierten Zeiträumen mit der Betreuung jeweils abwechseln. Hier wechseln also die Eltern regelmäßig den Haushalt, nicht das Kind, welches somit ständig in seiner vertrauten Umgebung bleibt. Diese Variante fordert verständlicherweise eine besondere Form der Kommunikation und des Vertrauens der bisherigen Partner in die miteinander zu treffenden Absprachen ein.